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Behandlungsfelder Erwachsene

Vocal Cord Dysfunktion 

Die Vocal Cord Dysfunction (VCD) wird beschrieben als eine plötzlich auftretende paradoxe Schließbewegung der Stimmlippen, die akut zu Atemnot unterschiedlicher Intensität führt. Diese funktionelle Störung kann im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter auftreten. 

VCD führt zu Beschwerden, die dem Asthma bronchiale sehr ähnlich sind. Aus diesem Grund wird sie bisweilen mit Asthma verwechselt und nicht richtig oder vollständig behandelt, insbesondere deshalb, da bei einem bestehenden Asthma bronchiale ebenfalls  eine VCD vorliegen kann. 

Für den Betroffenen wird das erstmalige Auftreten der Symptome häufig als lebensbedrohlich mit Erstickungsangst wahrgenommen. Im Rahmen der Anamnese erfolgt eine gezielte Befragung nach der Art und Dauer der Atemnot, der genauen Lokalisation des Engegefühls sowie nach Auslösern.

Ziel der Therapie ist es, dem Patienten dabei zu helfen, mit der VCD umzugehen. Dazu gehören u.a. die Schulung der Eigenwahrnehmung, das Erlernen der Zwerchfellatmung und die Erarbeitung von Selbsthilfetechniken.

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Stimmanpassung bei Transsexualität

Bei transidenten Menschen ist es wichtig, dass die Stimme mit dem Körper und dem gefühlten Geschlecht harmoniert, da die Stimme ein wichtiges Ausdrucksmittel der Persönlichkeit ist.

Bei Transfrauen (Mann-zu-Frau) ist der Kehlkopf in der Pubertät gewachsen und die Stimme deutlich tiefer als eine weibliche Stimme. Ziel der logopädischen Behandlung ist es, die gesamte Muskulatur des Kehlkopfes und des Stimmapparates zu lockern und deren gesamten Bewegungen selber steuern zu lernen, so dass eine höhere Stimmgebung möglich wird. Wichtig dabei  ist es, dass die Muskulatur sich nicht überanstrengt, damit keine dauerhaften Stimmprobleme entstehen.  

Damit die Stimme trotz  Erhöhung der Tonhöhe weiterhin angenehm weich klingt, ist ein weiterer wichtiger Aspekt in der Therapie die Erarbeitung der richtigen Resonanzräume.

Bei Transmännern (Frau-zu-Mann) wächst durch die Hormongabe der Kehlkopf und die Stimme wird tiefer. Trotzdem klingt die Stimme manchmal nicht so tief und männlich wie gewünscht. Das liegt oft daran, dass die Muskulatur des gesamten Kehlkopfbereiches noch nach dem alten Sprechmuster arbeitet.

Ziel der Stimmtherapie ist deshalb die Muskulatur an die neue Stimme anzupassen, so dass der Stimmklang dunkler und männlicher wird. Auch hier ist die Arbeit an den richtigen Resonanzräumen von großer Bedeutung, um eine tragfähige und angenehme Stimme zu erhalten.

Von Patienten haben wir die Rückmeldung erhalten, dass ihnen die aktive Erarbeitung der gewünschten Stimme sehr gut tut und die logopädische Behandlung eine sinnvolle Unterstützung zur Psychotherapie darstellt. 

Da therapeutisch sehr gute Stimmveränderungen erzielt werden können, sollte eine operative Stimmanpassung erst nach einer stimmtherapeutischen Behandlung in Betracht gezogen werden

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Redeflussstörungen

Von einer Redeflussstörung spricht man, wenn eine Störung des Sprechens vorliegt. Sie zeigt sich durch Unterbrechungen im Sprechablauf, Pausenbildung, Wiederholungen und Einschübe.

Stottern

Stottern äußert sich in Form von unfreiwilligen Wiederholungen von Lauten und Silben, Dehnungen oder Blockaden, die das flüssige Sprechen verhindern. Dabei können Zeichen von Anstrengung sichtbar oder hörbar werden.

Diese Symptome nennt man Kernsymptomatik, da sie das eigentliche Stottern darstellen. Die stotternde Person verliert für einen Moment die Kontrolle über den Sprechablauf, obwohl sie genau weiß, was sie sagen möchte.

Häufig entwickeln sich unbewusste Strategien, wie das Vermeiden bestimmter Wörter, Wiederholungen von Satzteilen oder Mitbewegungen, mit dem Ziel die Symptome zu kontrollieren.

Durch psychische Reaktionen wie Sprechangst, Verzweiflung oder Trauer über das Versagen beim Sprechen kann zusätzlich ein reduziertes Selbstbewusstsein und Hilflosigkeit hinzukommen.

Typisch für den Verlauf ist der Wechsel von symptomarmen Phasen mit Episoden stärkerer Symptomatik, ebenso wie eine unterschiedliche Ausprägung des Stotterns je nach Situation und Gesprächspartner.

Für stotternde Menschen, die noch unschlüssig sind, ob sie sich in eine Behandlung begeben wollen, bieten wir eine Beratung in Form einer Erstdiagnostik an. Durch die logopädische Diagnostik wird festgestellt, welche Art von Stottern vorliegt und ob eine Behandlung sinnvoll ist. Anschließend wird der Befund gemeinsam mit dem Patienten besprochen und bei Therapiewunsch werden die Therapiebausteine individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. 

Um einen Therapieerfolg zu erreichen ist es nötig, dass der Patient sich auf die Therapie einlässt und bereit ist viel Zeit in das Training eines veränderten Sprechmusters zu investieren.

Poltern

Poltern zeigt sich in schnellem und / oder unregelmäßigem Sprechtempo. Es treten dabei Auslassungen, Verschmelzungen und artikulatorische Veränderungen  von Lauten, Silben, Wörtern und Phrasen auf. Das Sprechen wird dadurch schwer verständlich, manchmal sogar unverständlich, die Prosodie ist häufig auffällig. Zusätzlich bestehen sehr häufig Unflüssigkeiten in Form von Wiederholungen von Silben, Wörtern und Satzteilen, oder lockeren Lautwiederholungen. 

Polternde Menschen leiden unter einer mangelnden Sprechkontrolle. Die meisten Polterer wissen zwar, dass sie schnell und undeutlich sprechen, können ihr Sprechen in den jeweiligen Sprechsituationen aber nicht kontrollieren. Es können dadurch Sprechängste auftreten, die teilweise zum Vermeiden von Sprechsituationen führen. Die Poltersymptome sind bei Betroffenen sehr unterschiedlich.

In der ausführlichen Anamnese und Diagnostik werden neben der aktuellen Symptomatik und der sprachlichen Entwicklung auch der Leidensdruck, der Umgang mit der Poltersymptomatik und der eigenen Hilfsstrategien sowie die grundsätzliche Therapiemotivation erfragt. Darauf aufbauend erfolgt die Behandlungsplanung mit den jeweiligen Therapieinhalten. 

Ziel ist es, dass der Patient lernt, sein Sprechen in ihm wichtigen Situation zu kontrollieren und eine grundlegende Besserung seiner Symptomatik zu erreichen.

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Laryngektomie / Kehlkopfentfernung

Eine Laryngektomie ist die operative Entfernung des Kehlkopfes nach Kehlkopf- oder Rachenkrebs.

Durch die Entfernung des Kehlkopfes kommt es zu einer Trennung der oberen Luft- und Speiseröhre. Der Atemausgang der Luftröhre befindet sich nun am unteren Halsbereich in Form eines Tracheostomas, durch welches ein- und ausgeatmet wird. In der Regel wird dieses Tracheostoma mit einer individuell angepassten Kanüle versorgt. Diese lebensrettende medizinische Maßnahme bedeutet für den betroffenen Menschen den Verlust seiner Stimme. Der Schwerpunkt der anschließenden logopädischen Therapie ist deshalb das Erlernen einer Ersatzstimme. Dafür gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Welche davon für den jeweiligen Patienten in Frage kommt hängt auch von der Art und dem Ausmaß der Operation ab.

Die verbreiteteste Methode zur Wiederhersstellung der Stimmbildung ist die operative Implantation einer Stimmprothese zwischen dem oberen Luftröhrenabschnitt und der Luftröhre. Bei Abdichtung der Tracheostomaöffnung (Atemöffnung) ist durch entsprechende Übung eine Stimmbildung möglich.

Bei der Ösophagusersatzstimme, auch Speiseröhrenersatzstimme genannt, wird durch willkürlich steuerbare Luftbewegungen in der Speiseröhre und einen sich durch Übung ausbildenden Wulst im Bereich des Speiseröhreneinganges (der die Funktion der Stimmlippen übernimmt) eine gut verständliche körpereigene Stimmbildung erreicht.

Beim Stimmtraining wird neben Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen intensiv der neue Atemablauf beim Sprechen trainiert und der erlernte Speiseröhrenton auf die Wort-, Satz- und Spontansprachebene übertragen.

Sollten es nicht möglich sein, eine der o.g. Stimmbildungstechniken zu erlernen, dann ist die Verwendung einer elektronischen Sprechhilfe eine Alternative. Mit dem Patienten wird die Handhabung und die Koordination der Sprechbewegungen mit der elektronischen Ersatzstimme erarbeitet.

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Stimmstörungen

Stimmstörungen bei Erwachsenen könne organische, funktionelle oder psychische Ursachen haben. Mögliche Kennzeichen einer Stimmstörung sind z.B. eine Veränderung des Stimmklanges, Missempfindungen oder eine eingeschränkte Belastbarkeit der Stimme. Im Extremfall kann sogar eine Aphonie (Stimmlosigkeit) auftreten.

Neben der Sprechstimme kann auch die Singstimme gestört sein. Jede länger andauernde Heiserkeit sollte ärztlich untersucht werden.

Organische Dysphonie

Organische Stimmstörungen liegen vor, wenn es zu einer Veränderung im Bereich des

Stimmapparates (Kehlkopf) gekommen ist, die den normalen Funktionsablauf behindert. Dies können Tumore, entzündliche Erkrankungen des Kehlkopfes, Fehlbildungen oder Stimmlippenlähmungen sein.

Nach einer der Störung entsprechenden eingehenden Diagnostik werden gemeinsam mit dem Patienten individuelle Therapieziele festgelegt, wobei immer die Wiederherstellung und Stabilisierung der stimmlichen Kommunikationsfähigkeit im Vordergrund steht.

In einer Einzelbehandlung wird mit dem Patienten in den für die Stimmgebung relevanten Bereichen Atmung, Wahrnehmung, Haltung/Tonusregulierung, Artikulation und Phonation (Stimmgebung) gearbeitet.

Die dabei angewandten Therapiemethoden, wie z.B. gezielte Übungstechniken oder eine Behandlung nach Brondo, werden auf den Patienten und das Störungsbild abgestimmt.

Funktionelle Dysphonie

Von funktionell bedingten Störungen der Stimme sind häufig Menschen mit sprechintensiven Berufen betroffen. Die Stimme kann heiser, rau, gepresst oder verhaucht sein. Oft zeigen sich auch ein erhöhtes Sprechtempo, hörbare Atemgeräusche und Missempfindungen wie Kratzen, Trockenheits- oder Kloßgefühl im Hals. 

Nach einer der Störung entsprechenden eingehenden Diagnostik werden gemeinsam mit dem Patienten individuelle Therapieziele festgelegt, wobei immer die Wiederherstellung und Stabilisierung der stimmlichen Kommunikationsfähigkeit im Vordergrund steht.

In einer Einzelbehandlung wird mit dem Patienten in den für die Stimmgebung relevanten Bereichen Atmung, Wahrnehmung, Haltung/Tonusregulierung, Artikulation und Phonation (Stimmgebung) gearbeitet.

Die dabei angewandten Therapiemethoden, z.B. aus der Akzentmethode oder dem funktionalen Stimmtraining, werden auf den Patienten und das Störungsbild abgestimmt.

Psychogene Dysphonie

Psychogene Dysphonien können sehr plötzlich als Folge von Konflikt- und Stresssituationen auftreten. Es kann zu einer stark gestörten Stimmgebung bis hin zu einer völligen Stimmlosigkeit kommen, bei der der Patient nur noch flüstern kann. Eine organische Ursache liegt nicht vor. 

Nach einer eingehenden Anamnese wird mit dem Patienten ein aufklärendes Gespräch zur Verdeutlichung der Zusammenhänge zwischen Stimme und Psyche geführt. Verschiedene Übungen trainieren die Eigenwahrnehmung des Patienten, die Voraussetzung für die Verbesserung der Stimmqualität ist. Ziel ist ein möglich schnelles Erreichen einer ökonomischen und entspannten Stimmgebung.

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Neurologische Sprachstörungen

Eine neurologische Schädigung kann empfindliche Auswirkungen auf die Sprache bzw. Auf die Sprechfähigkeit haben. Je nach ursächlicher Erkranung entstehen unterschiedliche Störungsbilder, die entsprechende therapeutische Vorgehensweisen benötigen.

Aphasie

Bei einer Aphasie können die sprachlichen Symptome alle Ebenen der Sprache wie Phonologie (Lautebene), Semantik (die Bedeutung der Sprachinhalte), Syntax (Satzlehre) und Textverstehen betreffen.

Ebenso können alle Modalitäten wie Produzieren, Verstehen, Lesen und Schreiben betroffen sein. Auch sprachliche Leistungen wie Nachsprechen können Probleme bereiten. Patienten mit einer Aphasie haben häufig eine Vielzahl von Symptomen auf allen Ebenen und in allen Modalitäten.

Die Symptome und das Ausmaß der Aphasie sind individuell unterschiedlich, Zu Beginn einer Therapie wird im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik herauskristallisiert, in welchen Bereichen eine gezielte Therapie indiziert ist.

Dysarthrophonie/Dysarthrie

Dysarthrien sind erworbene Sprechstörungen, die auf einer Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems beruhen. Sie betreffen drei am Sprechen beteiligte Funktionssysteme: Atmung, Phonation und Artikulation, so dass in diesen Bereichen auch die therapeutischen Schwerpunkte liegen.

Sprechapraxie

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Bei einer Sprechapraxie handelt es sich um eine Störung der Sprechmotorik bei intakter Muskulatur. Ziel der Therapie ist die Wiedererlangung der Bewegungsabläufe zur Bildung der Sprechlaute.

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Neurologische Sprachstörungen

Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Störungen setzt spezielles Wissen über die verschiedenen Störungsbilder sowie Kenntnisse über die besonderen therapeutischen Ansätze zur Anbahnung der individuellen Sprach-, Sprech- und Kommunikationsprozesse voraus.

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Behandlungsfelder Kinder

Kindliche Stimmstörungen

Das auffälligste Symptom einer kindlichen Stimmstörung ist eine andauernde, nicht durch Erkältung hervorgerufene Heiserkeit beim Sprechen, Singen und Rufen. Ursache dafür ist meistens ein unökonomischer und übermäßiger Gebrauch der Stimme. Im weiteren Verlauf der Störung können sich durch die dauerhafte stimmliche Überlastung z.B. Stimmlippenknötchen bilden.

Hauptziel der Stimmtherapie bei Kindern ist die Vermittlung eines optimalen stimmlichen Verhaltens und Abbau der stimmlichen Überbeanspruchung. Wichtig ist hier eine ganzheitliche Arbeit, die das Umfeld des Kindes (Familie, Schule/Kindergarten, Sportverein, Chor), seine Interessen und Hobbys und sein Stimm- und Kommunikationsverhalten berücksichtigt und mit einbezieht.

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Schwerhörigkeit oder Taubheit

Direkt nach der Diagnose eines Hörschadens sollten die Hörgeräteversorgung und die individuelle Frühförderung beginnen. Das Hörgerät gleicht den Hörschaden nicht aus. Allein durch das Tragen des Hörgerätes kommt das mittel- bis hochgradig hörgeschädigte Kind in der Regel leider nicht zum Hören, Verstehen und Sprechen. Dazu braucht es die große Unterstützung der Familie und eine konkrete Anleitung und Beratung von Seiten des Therapeuten.

Ziel unserer Arbeit ist es den Kindern parallel zur wichtigen Gebärdensprache auch die Möglichkeit zu bieten durch eine auditiv-verbale (d.h. lautsprachlich orientierte) Therapie eine lautsprachliche Kommunikationsfähigkeit zu erreichen, die es dem Kind ermöglicht, sich in die hörende Umwelt zu integrieren.

Dabei handelt es sich um eine ganzheitliche Therapie, die sowohl einen optimalen Spracherwerb als auch die gesamte Persönlichkeitsentwicklung des Kindes unterstützt. Bei Bedarf wird die Therapie von einer Gebärdendolmetscherin begleitet.

Selbstverständlich gehört eine optimale Informationsversorgung und Unterstützung der Eltern während des ausführlichen Vorgespräches vor dem Therapiebeginn (bei gehörlosen Eltern mit Unterstützung einer Gebärdendolmetscherin) sowie im Therapieverlauf statt.

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Behandlungsfelder Kinder

Mutismus

Selektiver Mutismus besteht dann, wenn ein Kind in bestimmten sozialen Kontexten oder mit bestimmten Personen nicht spricht, jedoch in anderen Situationen (z.B. zu Hause oder immer wenn die beste Freundin dabei ist) eine normale Sprechfähigkeit zeigt. Dieses Verhalten wird häufig im Kindergartenalter offensichtlich und von der Umwelt des Kindes oftmals als Sturheit oder extreme Schüchternheit missverstanden.

Eine konkrete Ursache für das Schweigen des Kindes lässt sich nur selten feststellen. Jedoch hat das Nicht-Sprechen für das Kind irgendwann einmal einen Zweck für das Kind erfüllt, oder tut dies immer noch. In den Situationen, in denen das Kind schweigt, können noch andere Symptome auftreten. Dazu kann gehören, dass Blick- und Körperkontakt sowie sämtliche Körpergeräusche (Lachen, Weinen) vermieden werden, kaum/wenig Mimik und Gestik genutzt wird und das Kind wie eingefroren wirkt. Der Schweregrad der Symptomatik kann dabei von Kind zu Kind variieren. Der selektive Mutismus kann von anderen Sprach- und/oder Stimmstörungen begleitet werden. Er sollte nicht mit Autismus verwechselt werden.

Durch ein ausführliches Elterngespräch sowie durch eine Erstdiagnostik mit dem Kind kann der Verdacht auf selektiven Mutismus gestellt werden. Im Anschluss daran kann gegebenenfalls die Aufnahme der Therapie erfolgen. Durch die sprachtherapeutische Intervention, die sehr individuell an den Bedürfnissen und Ressourcen des einzelnen Kindes orientiert ist, lernt es seine kommunikativen verbalen und nonverbalen Kompetenzen auf- und auszubauen und so langsam seine „kommunikative Welt“ zu erweitern. Neben der direkten Arbeit mit dem Kind stellt die Zusammenarbeit mit dem gesamten System, in dem sich das Kind bewegt (Eltern, Familie, Kindergarten/Schule etc.) einen wichtigen Therapieschwerpunkt dar.

Der Aufbau und die Ziele der Therapie sowie praktische Anleitungen für den täglichen Umgang mit dem Kind werden mit den Eltern besprochen und reflektiert.