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Behandlungsfelder Kinder

Mutismus

Selektiver Mutismus besteht dann, wenn ein Kind in bestimmten sozialen Kontexten oder mit bestimmten Personen nicht spricht, jedoch in anderen Situationen (z.B. zu Hause oder immer wenn die beste Freundin dabei ist) eine normale Sprechfähigkeit zeigt. Dieses Verhalten wird häufig im Kindergartenalter offensichtlich und von der Umwelt des Kindes oftmals als Sturheit oder extreme Schüchternheit missverstanden.

Eine konkrete Ursache für das Schweigen des Kindes lässt sich nur selten feststellen. Jedoch hat das Nicht-Sprechen für das Kind irgendwann einmal einen Zweck für das Kind erfüllt, oder tut dies immer noch. In den Situationen, in denen das Kind schweigt, können noch andere Symptome auftreten. Dazu kann gehören, dass Blick- und Körperkontakt sowie sämtliche Körpergeräusche (Lachen, Weinen) vermieden werden, kaum/wenig Mimik und Gestik genutzt wird und das Kind wie eingefroren wirkt. Der Schweregrad der Symptomatik kann dabei von Kind zu Kind variieren. Der selektive Mutismus kann von anderen Sprach- und/oder Stimmstörungen begleitet werden. Er sollte nicht mit Autismus verwechselt werden.

Durch ein ausführliches Elterngespräch sowie durch eine Erstdiagnostik mit dem Kind kann der Verdacht auf selektiven Mutismus gestellt werden. Im Anschluss daran kann gegebenenfalls die Aufnahme der Therapie erfolgen. Durch die sprachtherapeutische Intervention, die sehr individuell an den Bedürfnissen und Ressourcen des einzelnen Kindes orientiert ist, lernt es seine kommunikativen verbalen und nonverbalen Kompetenzen auf- und auszubauen und so langsam seine „kommunikative Welt“ zu erweitern. Neben der direkten Arbeit mit dem Kind stellt die Zusammenarbeit mit dem gesamten System, in dem sich das Kind bewegt (Eltern, Familie, Kindergarten/Schule etc.) einen wichtigen Therapieschwerpunkt dar.

Der Aufbau und die Ziele der Therapie sowie praktische Anleitungen für den täglichen Umgang mit dem Kind werden mit den Eltern besprochen und reflektiert.